Brooklyn Cocktail

– Fevrier 2015 –

Der Brooklyn Cocktail ist eine Variante des berühmten Manhattan -  ebenfalls nach einem New Yorker Stadtteil benannt. Ähnlich der Dry-Variante des Manhattan wird auch dem Brooklyn Cocktail ein trockener Wermut beigefügt, in Abgrenzung zu seinem großen Bruder kommt hier jedoch mit Picon Amer ein französischer Bitteraperitif hinzu. Seine Komplexität und Tiefe sowie die dunkel-goldene Färbung verdankt der Brooklyn Cocktail seiner Basisspirituose, dem Rye Whiskey. Geschmacklich fein, weich und rund erhält er eine zusätzliche Ebene durch die Würze des Roggens, die Kräuteraromen des trockenen Wermuts und die leicht bittere Note im Abgang des Picon Amer – ohne dabei jedoch geschmacklich überfrachtet zu sein.Der Maraschino fügt dem Ganzen noch leicht florale, fruchtige, süße und nussige Aromen hinzu. Der Brooklyn Cocktail baut als Fundament vollständig auf den Rye Whiskey. Während im klassischen Manhattan der süße Wermut relativ präsent ist, stützt hier der trockene Wermut eher subtil und hintergründig die gesamte Mixtur. Der Maraschino und Picon Amer erscheinen erst nach der anfänglichen Würze des Rye auf der Zunge und erschaffen so eine harmonische Mixtur der Aromen, Orange ergänzt die unübersehbare Kirsch-Note.

Bulleit Rye

1987 führte Thomas E. Bulleit das zu Ende, was sein Ur-Ur-Großvater, August Bulleit, Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen hatte. August Bulleit investierte viele Jahre seines Lebens in die Suche nach dem perfekten Bourbon, der einzigartig im Geschmack sein sollte. Nach endlosen Versuchen schien er endlich die Rezeptur gefunden zu haben, nur um kurz darauf, 1860, als er seine Fässer von Kentucky nach New Orleans verschiffte, auf mysteriöse Art und Weise zu sterben. Viele Jahre geriet die Arbeit von August Bulleit in Vergessenheit, bis dann, über 100 Jahre später, ein Nachkomme sich aufmachte die Arbeit zu beenden. Den im Brooklyn Cocktail verwendeten Roggen-Whiskey charakterisiert eine ausgeprägten Würze und geschmackliche Komplexität. Die für die Reifung genutzten Eichenfässer sind sowohl verantwortlich für seine reichhaltigen Holzaromen, für seine Weichheit mit Noten von Vanille, Honig und anderen Gewürzen, für seinen langen Abgang sowie für seine rot-braune Färbung.

Noilly Prat

Ist ein trockener französischer Wermut, dessen Basis zwei Weißweine (Clairette und Picpoul de Pinet) aus dem Süden Frankreichs bilden, die mit Gewürzen und Kräutern aromatisiert und aufgespritzt werden. Noilly Prat reift in Eichenfässern. Seinen Namen verdankt dieser Wermut Joseph Noilly, der das Rezept entwickelt hat, sowie Claudius Prat, der 1813, also in der Zeit der Napoleonischen Kriege, in die Firma einstieg.

Picon Amer

Ist ein aus Frankreich stammendes Aperitifgetränk, das zu den Bittergetränken, den sogenannten Amer Africain gehört. Geschmacksgebende Stoffe sind primär Orangenschalen, daneben auch Enzian und Chinarindenbaum, der auch Hauptgeschmacksgeber des Tonic Waters ist. Das Getränk wurde 1837 von Gaétan Picon erfunden, als dieser nach Algerien ging, um dort in der französischen Armee zu dienen. Das Getränk wird im Elsass als Aperitif, hier meist zu einer frischen Brezel, sowie in Nordfrankreich und den Benelux-Staaten getrunken.

Luxardo Maraschino

Ist ein Likör aus Maraska-Kirschen, das sind sehr intensiv schmeckenden Sauerkirschen aus Dalmatien. Er hat eine deutliche Bittermandelnote, die von den zerkleinerten Kirschkernen stammt, welche für die Destillation mitverwendeten werden. Der Maraschino wurde im 18. Jahrhundert in Zadar, im heutigen Kroatien, erfunden. Damals war die Stadt eine venezianische Festung mit dem italienischen Namen Zara. Die erste Brennerei für den Maraschinolikör wurde 1736 eben dort gegründet. Der erste Nachahmer war der Kaufmann Girolamo Luxardo, der 1829 das Privileg zur Alleinherstellung des Likörs erhielt.